Baureihe lsb, Einbau-, betriebs- und wartungsanleitung, 7 explosionsschutz – Xylem LSB User Manual
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Einbau-, Betriebs- und Wartungsanleitung
Baureihe LSB
LSB 100-german
Seite 5
Revision 02
Artikel Nr. 771076129
Ausgabe 01/2010
2.7 Explosionsschutz
Beim Einsatz der Aggregate in explosionsgefährdeten
Bereichen sind zur Gewährleistung des Explosions-
schutzes die Maßnahmen und Hinweise in Kapitel
2.7.1 bis 2.7.7 zwingend erforderlich.
2.7.1 Füllung des Aggregates
Beim Pumpenbetrieb muss das System der
Saug- und Druckleitung und der flüssigkeits-
berührte Innenraum der Pumpe ständig mit
Förderflüssigkeit gefüllt sein.
Es
kann somit keine explosionsfähige
Atmosphäre dort vorliegen und die Gefahr von
Trockenlauf wird verhindert.
Kann der Betreiber dies nicht sicherstellen, sind
entsprechende Überwachungsmaßnahmen vor-
zusehen.
Ebenso müssen alle Dichtungsräume und
Hilfssysteme der Wellenabdichtung sorgfältig
gefüllt sein.
2.7.2 Kennzeichnung
Die Kennzeichnung auf der Pumpe bezieht sich
auf den Pumpenteil. Für den Motor bzw. für
weitere Anbauten muss eine separate
Konformitätserklärung vorliegen sowie eine
entsprechende Kennzeichnung vorhanden sein.
Beispiel der Kennzeichnung auf dem Pumpenteil:
CE Ex II 2 G c T1-T.
Die Kennzeichnung gibt den theoretisch verfügbaren
Bereich der Temperaturklassen an. Die je nach
Pumpenausführung
zulässigen
Temperaturen
ergeben sich gemäß Kapitel 2.7.5. Das gleiche gilt für
den Antrieb.
Für ein Gesamtaggregat (Pumpe und Motor) mit
verschiedenen Temperaturklassen gilt die jeweils
niedrigste.
2.7.3 Drehrichtungskontrolle
Besteht auch während der Installationsphase
Explosionsgefahr, darf die Drehrichtungskon-
trolle keinesfalls durch kurzes Einschalten der
ungefüllten
Pumpe
erfolgen,
um
eine
unzulässige Temperaturerhöhung im Falle der
Berührung drehender und stehender Teile zu
verhindern.
2.7.4 Betriebsweise der Pumpe
Die Pumpe darf nur mit voll geöffnetem saugseitigen
und leicht geöffnetem druckseitigem Absperrorgan
gestartet werden. Das Anfahren gegen eine
geschlossene Rückschlagarmatur ist jedoch möglich.
Unmittelbar nach dem Hochlauf ist das druckseitige
Absperrorgan auf den Betriebspunkt einzuregeln.
Siehe auch Kapitel 6.2.
Ein Betrieb mit geschlossenen Absperrorganen in
Saug- und / oder Druckleitung ist nicht erlaubt!
Es besteht die Gefahr, dass bereits nach kurzer
Zeit
hohe
Oberflächentemperaturen
am
Pumpengehäuse durch rasches Aufheizen der
Flüssigkeit im Pumpeninneren entstehen.
Ein rascher Druckanstieg im Innern der Pumpe
birgt die Gefahr der Überbeanspruchung bis
zum Bersten.
Im Kapitel 6.4.1 sind die Mindestmengen angegeben.
Längere Betriebsphasen bei diesen Mengen und den
genannten
Flüssigkeiten
verursachen
keine
zusätzliche Erhöhung der Oberflächentemperaturen
an der Pumpe.
Darüber hinaus sind die Hinweise in Kapitel 6 dieser
Betriebsanleitung zu beachten.
Bei Pumpen mit Gleitringdichtungen können
durch Trockenlauf die zulässigen Temperatur-
grenzen überschritten werden. Trockenlauf
kann nicht nur bei nicht hinreichend gefülltem
Dichtungsraum auftreten, sondern auch bei zu
hohen Gasanteilen im Medium.
Das Betreiben der Pumpe außerhalb des
zulässigen Betriebsbereichs kann ebenfalls
einen Trockenlauf nach sich ziehen.
2.7.5 Temperaturgrenzen
Im normalen Betriebszustand sind die höchsten
Temperaturen
an
der
Oberfläche
des
Pumpengehäuses zu erwarten.
Die am Pumpengehäuse auftretende Oberflächen-
temperatur entspricht der Temperatur der zu
fördernden Flüssigkeit.
Im Bereich der Laterne und des Motors muss freier
Kontakt der Oberfläche zur Umgebung bestehen.
Beim Betreiben der Pumpe muss sichergestellt
werden, dass eine übermäßige Ablagerung von
Staub verhindert wird (evtl. regelmäßiges Säu-
bern), um ein Aufheizen der Pumpenoberfläche
über die zulässige Temperatur zu vermeiden.
Der Betreiber der Anlage muss sicherstellen, dass
die festgelegte Arbeitstemperatur eingehalten
wird. Die maximal zulässige Temperatur der
Förderflüssigkeit am Pumpeneintritt ist abhängig
von der jeweils vorliegenden Temperaturklasse.
Die nachstehende Tabelle enthält unter Berücksichti-
gung der Temperaturklassen gemäß EN 13463-1 die
sich ergebenden theoretischen Grenzwerte der
Temperatur der Förderflüssigkeit.
Temperaturklasse gemäß
EN 13463-1
Grenzwert der Temperatur
der Förderflüssigkeit
T4 (135°C)
135°C
T3 (200°C)
140°C
T2 (300°C)
140°C
T1 (450°C)
140°C
Die jeweils zulässige Arbeitstemperatur der
Pumpe ist dem Datenblatt und / oder der
Auftragsbestätigung bzw. dem Typenschild auf
der Pumpe zu entnehmen.