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Knochenstrukturmodell – 3B Scientific 3B MICROanatomy™ Bone structure - 80 times enlarged User Manual

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Knochenstrukturmodell

Das Modell zeigt einen Ausschnitt aus einem
Lamellenknochen wie er im menschlichen Skelett
als Grundstruktur eines Röhrenknochens vorkommt
(ca. 80-fache Vergrößerung).
Im Röhrenknochen findet man im Vergleich zu
anderen Knochenformen wenig Knochenbälkchen
(Substantia spongiosa oder Spongiosa) (1) und eine
dicke kompakte Schicht (Substantia compacta oder
Kompakta) (2). Der Knochen wird von Knochenhaut
(Periost) überzogen (3). Dabei ist die innere Schicht
der Knochenhaut (Stratum osteogenicum) zellreich
und enthält ruhende Vorstufen der Knochenzellen
(Osteoblasten), die bei Knochenbrüchen die
Regeneration besorgen. Straffes, kollagenes
Bindegewebe
bildet die äußere Schicht (Stratum fibrosum). Vom
Periost gehen Bündel von Kollagenfibrillen direkt
in
das Bindegewebe des Knochens über (Fibrae perfo-
rantes, Sharpeysche Fasern) (4).
Es folgt die Rindenschicht (Substantia corticalis
oder „Kortikalis“) mit ihrer lamellären Schichtung
der Interzellularsubstanz (daher Lamellenknochen).
Ganz außen liegen die parallel zur Knochenhaut
liegenden Generallamellen (5). Die Grundstruktur
des lamellären Knochens sind die Knochensäulchen
(Osteone),
auch Haverssche Lamellensysteme oder
Speziallamellen genannt (6). Die Lamellen sind
schichtweise aus anorganischer Substanz (ungefähr
65 % der Gesamtmasse), hauptsächlich
Hydroxylapatit und organische Substanz (davon 90
% Kollagen) aufgebaut. Da die Kollagenfasern der
einzelnen Lamellen eines Osteons unterschiedliche,
jeweils gegensinnig laufende Steigungswinkel auf-
weisen (7), wird die Verbundstruktur von orga-
nischen und anorganischen Komponenten zusätz-
lich gegenüber Zug- und Druckkräften stabilisiert.
Jeweils zwischen den Lamellen liegen die
Knochenzellen (Osteozyten) (8) in Lakunen einge-
mauert.
Die Zellen werden von den Haversschen Gefäßen (9)
ernährt, denn untereinander und zum Haversschen
Kanal stehen alle Osteozyten durch Kanälchen
(Canaliculi), in denen ihre Zellausläufer liegen, in
Verbindung. Zwischen den Haversschen
Lamellensysteme (Osteonen) befinden sich
Schaltlamellen ohne Beziehung zu Blutgefäßen
(10). Sie entsprechen in Stärke und Schichtung ehe-
maligen Haversschen Systemen, dabei sind sie
durch den ständigen Umbau des Knochens, der
auch nach der Wachstumsphase fortbesteht, von
den Haversschen Systemen überbaut worden. Vom

Periost kommend enthalten die Volkmannschen
Kanäle Gefäße, die jene Gefäße der Haversschen
Kanäle verbinden (11).
Die Volkmannschen Kanäle sind Knochenkanäle,
die im Gegensatz zu den Haversschen Kanälen nicht
von zirkulären Lamellen umgeben sind. Die syste-
matische Ordnung der Haversschen Kanälen wird
von der queren oder schrägen Perforation durch
die Volkmannschen Kanäle nicht gestört. Auf die
Rindenschicht folgt im fließenden Übergang die
Bälkchenschicht (Substantia spongiosa oder
„Spongiosa“), ein schwammartiges Trabekelwerk
aus dünnen Platten und Stäben (1). Zum
Knochenmarksraum grenzt sich die Knochen-
substanz über die innere Generallamelle (12) und
die innere Knochenhaut (Endost) (13) ab. Das
Endost besteht aus einem Verband abgeflachter
Zellen, die neuen Knochen bilden können.
Zwischen den Spongiosabälkchen der
Knochenenden findet man rotes Knochenmark (14)
im röhrenförmigen Teil des Knochens gelbes
Knochenmark oder Fettmark. Wir danken Herrn
Prof. Dr. med. Richard H. W. Funk, Leiter des
Instituts für Anatomie der Medizinischen Fakultät
Carl Gustav Carus, Dresden/Deutschland, für die
Unterstützung bei der Entwicklung dieses Modells.

Knochenstruktur
1 Knochenbälkchen (Trabekel) der Spongiosa
2 Kompakta
3 Periost
4 Fibrae perforantes, Sharpeysche Fasern
5 Äußere Generallamelle
6 Osteone
7 Lamellen der Osteone
8 Osteozyten
9 Haverssche Gefäße
10 Schaltlamellen
11 Volkmannsche Kanäle
12 Innere Generallamelle
13 Endost
14 Spongiosa mit Knochenmark